2. Aufgaben der an der Ausbildung Beteiligten

2.1. Schulkonferenz

Die Hannah-Arendt-Schule stellt aus ihrem Etat Geldmittel zur Verfügung, um Materialien und Literatur bereitzustellen, die es den LiA ermöglichen, sich über die neuesten pädagogischen Erkenntnisse zu informieren. Darüber hinaus werden in angemessener Höhe Fahrtkosten für die Teilnahme an den Netzwerktagen zur Verfügung gestellt.


2.2 Kollegium

Das Kollegium fördert die LiA während der Ausbildung. Es steht der Arbeit in den Netzwerken bei, indem es bei der logistischen Durchführung behilflich ist. Darüber hinaus erklären sich spezifisch qualifizierte Lehrkräfte bereit, an den Netzwerktagen eigene Angebote zu unterbreiten. Das Kollegium stellt seine Erfahrung zur Verfügung und gibt diese an die Lehrkräfte in Ausbildung bei Bedarf weiter (z.B. Haushalt, Unterrichtsmethoden, Rechtsfragen, Umgang mit Mediengeräten, Winschool etc.) Grundsätzlich ermöglichen die Kolleginnen und Kollegen den LiA die Hospitation an ihren Unterrichtsstunden. Das Kollegium nimmt in seinen Abteilungsvorgesprächen für die Halbjahrsstundenplanung besonders auf die Belange der LiA Rücksicht Dabei wird in Verbindung mit den AL und den LiA in diesem Zusammenhang auch der weitere unterrichtliche Einsatz der LiA geplant.
Bei Vertretungsvorschlägen die LiAs betreffen, sprechen sie die zu vertretenden Kollegen mit der entsprechenden AL ab.


2.3. Schulleitung

Neben den in der OVP genannten Vorgaben übernimmt die Schulleitung folgende Aufgaben: 

  • Die Schulleitung informiert den Ausbildungskoordinator grundsätzlich über alle Vorgänge im Zusammenhang mit der Ausbildung.
  • Sie informiert sich halbjährlich anhand des Portfolio über die Tätigkeiten und Ausbildungsinhalte der LiA.
  • Die Schulleitung führt spätestens nach Ablauf eines Jahres ein gemeinsames Feedback-Gespräch mit der Lehrkraft in Ausbildung und den Ausbildungslehrkräften. Bei Bedarf kann dieses Gespräch häufiger stattfinden. Gegebenenfalls kann der Ausbildungskoordinator hinzu gezogen werden.
  • Sie bietet der LiA im Rahmen eines monatlichen Gesprächs Gelegenheit schul- und dienstrechtliche Fragen und Zusammenhänge zu klären.Allen interessierten Kollegen wird seitens der Schulleitung ermöglicht, sich für die Arbeit als Ausbildungslehrkraft zu qualifizieren.
  • Die Schulleitung berücksichtigt bei der Stundenplanung dienstliche Verpflichtungen der LiA außerhalb der Schule und soll, die gegenseitigen Hospitationen von Lehrkräften in Ausbildung und Ausbildungslehrkräften von jeweils mindestens 2 Stunden pro Fach zu ermöglichen. Abweichungen davon erfolgen nur aus wichtigem Grund.
  • Ein gemeinsamer wöchentlicher Austauschtermin aller an der Ausbildung Beteiligten (LiA, AL, Ausbildungskoordinator) wird von der Schulleitung gewährleistet und im Stundenplan festgelegt. Dieser Termin sollte in den Vormittagsstunden stattfinden. 
  • Die Schulleitung sorgt dafür, dass LiAs im ersten Semester keinen Vertretungsunterricht leisten müssen. Ab dem zweiten Semester werden LiAs nur zu Vertretungen herangezogen, sofern diese dem Ziel der Ausbildung dienen. Die Vertretung darf zwei Stunden im Monat nicht überschreiten. 

Ausbildungskonzept

  • Alle für die praktische Ausbildung der LiAs nötigen Fachräume und Sammlungen stellt die Schulleitung zur Verfügung. Für bestimmte Unterrichtsexperimente stehen auch kurzfristig Fachräume für die LiAs bereit.
  • Bietet den neuen LiA zu Beginn der Ausbildung zusammen mit den AL und dem Ausbildungsteam ein „Planungsgespräch“ an. In diesem Gespräch soll der zukünftige unterrichtliche Einsatz der LiA besprochen werden. Weiterhin soll in dem Gespräch geklärt werden, wer und wann die LiA in Fragen der Schulentwicklung (Statistik, Klassenbildung, Personalzuweisungsverfahren, Durchlässigkeit von Bildungsgängen) und des Schulrechtes (Ausschulungen, Widersprüche, Dienstreisen, Dienstweg) unterweist, soweit dies nicht durch die Module abgedeckt wird.


2.4 Ausbildungskoordinator/in

Die Ausbildungskoordinatorin/ der Ausbildungskoordinator wird alle zwei Jahre aus dem Kreis der Ausbildungslehrkräfte gewählt und ist damit gleichzeitig Vorsitzender des Ausbildungsteams. Er/Sie ist erster Ansprechpartner für alle Fragen der Ausbildung.

Die Aufgaben der Ausbildungskoordinatorin/des Ausbildungskoordinators sind:

  • Er berät die Schulleitung gemeinsam mit den AL hinsichtlich der Schwerpunktsetzung in der Ausbildung einzelner LiA, sowie hinsichtlich des unterrichtlichen Einsatzes. 
  • Der AK wird zu der Sitzung des Schulleitungteams eingeladen, bei der der zukünftige Bedarf an LiA festgelegt wird und stimmt diesen mit dem Gremium ab.
  • Schulleitung, Personalrat und AK treffen die Auswahl an Ausbildungslehrkräften.
  • Der AK ist Ansprechpartner der LiA bei Problemen mit seiner AL.
  • Alle ausbildungsrelevanten Informationen treffen beim AK zusammen und werden von ihm an die Beteiligten weitergegeben.
  • Für die LiA ist der AK erster Ansprechpartner bei allgemeinen Fragen zur OVP, zum Ausbildungsangebot des IQSH, zu Ausbildungsstandards, zur Gestaltung des Portfolio, zu allen termingebundenen Angelegenheiten während der Ausbildung und zur Durchführung der Prüfung.
  • Er berät die LiA bei der Zusammenstellung ihrer Belegungspläne innerhalb der angebotenen Pflicht- und Wahlmodule des IQSH (Koordination der Ausbildungsanteile des IQSH (gem. § 10 OVP)
  • Der AK richtet eine Sprechstunde ein, während der alle aktuellen Fragen und Wünsche der LiA aufgenommen und bearbeitet bzw. weitergeleitet werden können.
  • Der AK koordiniert ggf. gemeinsame oder gegenseitige Ausbildungsangebote der drei Beruflichen Schulen der Stadt Flensburg sowie der Beruflichen Schulen in Schleswig, Husum und Niebüll (Netzwerk Nord)
  • Der AK leitet und koordiniert die Weiterentwicklung des Ausbildungskonzeptes.
  • Der AK erfasst die Wünsche und Anforderungen der LiA und der AL und vertritt sie gegenüber der Schulleitung.
  • Der AK übernimmt die Betreuung und Beratung von Praktikanten und Fremdsprachenassistenten.
  • Um als neutraler Berater zur Verfügung zu stehen, sollte der AK möglichst keine LiA als AL betreuen.
  • Dem AK steht eine Stundenermäßigung zu.


2.5. Ausbildungsteam

Allgemein gilt:

  1. Die Lehrkräfte in Ausbildung, die Ausbildungslehrkräfte – sowohl die in der Fortbildung befindlichen, als auch die bereits zertifizierten – und der/ die Ausbildungskoordinator/-koordinatorin bilden das Ausbildungsteam der Hannah-Arendt-Schule. 
  2. Das Ausbildungsteam berät in Konferenzen über alle die Ausbildung von Lehrkräften betreffenden Sachverhalte und unterbreitet der Lehrer- und Schulkonferenz diesbezüglich Vorschläge zur Verabschiedung.
  3. Die Konferenzen des Ausbildungsteams finden in der Regel außerhalb der Unterrichtsstunden statt. Sie sind nicht öffentlich. Zu einzelnen Angelegenheiten können Sachverständige, Eltern oder Schülerinnen und Schüler zur Beratung hinzugezogen werden. Die Mitglieder und die hinzugezogenen Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, soweit die Inhalte Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen, Schüler oder Bedienstete des Schulträgers betreffen; im übrigen gilt § 96 Abs. 2 bis 5 des Landesverwaltungsgesetzes entsprechend.

Die Aufgaben des Ausbildungsteams sind:

  • Das Ausbildungsteam übernimmt die Evaluation und Aktualisierung des Ausbildungskonzeptes.
  • Vor Ablauf des ersten Semesters bietet das Ausbildungsteam den LiAs ein sogenanntes „Ausbildungsgespräch“ an. Ziel dieses Gespräches ist die gemeinsame Überprüfung der Ausbildungsziele, Inhalte und Rahmenbedingungen (z. B. auch Unterrichtseinsatz, Mentoren) zur Optimierung der Ausbildung an der Hannah-Arendt-Schule. Dieses Gespräch findet bei Bedarf ohne die AL statt und sollte rechtzeitig vor Fertigstellung des neuen Stundenplanes durchgeführt werden, damit entsprechende Änderungen des Unterrichteinsatzes vorgenommen werden können.

Bei Bedarf kann dieses Gespräch vor Ablauf eines jeden Semesters stattfinden.


2.5. Ausbildungslehrkräfte

Die Ausbildungslehrkräfte verstehen sich als Berater und Begleiter der LiA.

Ihre Aufgaben sind:

  • Sie unterstützen die LiA durch Anleitung zu eigenverantwortlichem Handeln und zur Klärung der eigenen LehrerInnen–Rolle
  • Sie besuchen regelmäßig den Unterricht der LiA und bieten Unterrichtshospitationen an.
  • Sie beraten die LiA und unterstützen sie mit Blick auf
    • persönliche Entwicklung,
    • Ausbildungsstandards,
    • Leistungsstandard und Qualität der Arbeit
    • Individuellen Ausbildungsplan
    • Curricula der Fächer
    • fachdidaktische Systematik
  • Die AL helfen der LiA bei der kurz- und langfristigen Unterrichtsplanung und unterstützen sie bei der Analyse des Unterrichts.
  • Das Orientierungsgespräch (§9 OVP) führen beide AL durch. Der Ausbildungskoordinator kann auf Wunsch beteiligt werden.
  • Die LiA werden von den AL in die Schule eingeführt und bei der Teilnahme am Schulleben sowie bei der Zusammenarbeit mit den Partnern der Schule unterstützt.
  • Die AL bereiten die LiA ggf. auf die Praktikumsbetreuung vor.
  • Die AL des ersten und zweiten Faches kooperieren miteinander.
  • Die AL bilden sich regelmäßig fort.
  • Die AL ermutigen die Kolleginnen und Kollegen zum Einbezug der LiA in alle Schulentwicklungsprozesse und alle aktuellen Aktivitäten innerhalb des Fachbereichs
  • Die Al beraten die Schulleitung während des Planungsgesprächs mit der LiA bei der Schwerpunktsetzung für den unterrichtlichen Einsatz der LiA.


2.6. Lehrkräfte in Ausbildung

Neben den in der OVP genannten Aufgabenfeldern sollte die LiA sich ggf. in folgende Gebiete der Hannah-Arendt-Schule einarbeiten:

  • Die LiA arbeitet an der Weiterentwicklung des Schulprogramms und vor allem des Ausbildungskonzeptes mit.
  • Sie arbeiten in den Teams der entsprechenden Abteilungen mit.
  • Sie pflegen ggf. die Kontakte zu den Ausbildungsbetrieben.
  • Die LiA übernimmt ggf. Praktikumsbetreuung und –beurteilung. Dabei wird sie von einer erfahrenen Lehrkraft durch Hospitationen eingeführt.
  • Die LiA führt Elternarbeit durch.
  • Ab dem zweitem Ausbildungshalbjahr kann die Tätigkeit der LiA als Klassenlehrer sinnvoll sein. Dazu bedarf es der Absprache mit AL und AK. Es kann sinnvoll sein, dass die LiA früher in diese Verantwortung gehen sollte, Dann wird aber gewährleistet, dass die Aufgabe im ersten Ausbildungshalbjahr in Verbindung mit der AL ausgeübt wird und der AL in dieser Zeit auch offiziell als Klassenlehrer fungiert.
  • Organisation von Klassenfahrten sind Aufgaben, die von der LiA übernommen werden kann und soll (jedoch nicht im 1. Semester).
  • Die LiA beteiligt sich an Prüfungen und Aufsichten (jedoch nicht im 1. Semester nicht als Prüfer).
  • Die aktive Mitarbeit im Netzwerk wird von der LiA erwartet.
  • Die LiA formuliert Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge und gibt diese an den Ausbildungskoordinator weiter.
  • Die LiA kann in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungskoordinator Lehrkräfte der Schule als Referenten oder Moderatoren anfordern, die entsprechende Fortbildungsangebote anbieten. Die Schule sorgt dann für Vertretungsunterricht.

Ungeachtet der individuellen Persönlichkeiten, könnten wir uns vorstellen, dass die Ausbildung in folgenden Schritten ablaufen könnte:

1. Semester: "In die Aufgabe hinein wachsen" 
2./3. Semester: "In erhöhter Verantwortung stehen"
4. Semester: "Sich auf die Prüfung konzentrieren" 


3. Schlussbemerkungen

Die Wahrnehmung bestmöglicher Ausbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten durch die LiA darf keinesfalls dazu führen, dass im schulischen Alltag primär davon ausgegangen wird, organisatorische Lücken, die durch eine nicht geschlossene Personaldecke entstehen, füllen zu können: Dies würde in der Regel zu einem Ausbildungs-Flickwerk führen, das einer guten Ausbildung nicht gerecht werden kann. Die konkrete Umsetzung der Leitvorstellungen des Schulprofils im Rahmen der Ausbildung kann nur bedeuten, dass Entscheidungen im Konsens der beteiligten Gruppen (LiA, Ausbildungslehrern und Schulleitung, Schulkonferenz, Ausbildungsteam, Kollegium) getroffen werden müssen. Der Dienstherr trägt dem gegenüber auch und gerade dadurch Rechnung, dass die Ausbildungsplätze für Lehrkräfte in Ausbildung nur begrenzt im Planstellenbemessungsverfahren mit einberechnet werden.


4. Quellenangaben:

  • Schaube, Werner: „Dortmunder Plattform“. Ausbildungskonzept des Studienseminars für das Lehramt für die Sekundarstufe II (Berufskolleg) Dortmund II.
  • Bildungskommission NRW: Zukunft der Bildung - Schule der Zukunft, 1995 [= Bildungskommission] ;
  • Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Zweiten Staatsprüfung für Lehrämter an Schulen vom 12. 12. 97 in der VVzOVP vom 03. 04. 98 [= OVP NRW];
  • Ausbildung im Dialog zwischen Schule und Seminar. Seminarrahmenkonzept für die Sekundarstufe II, 1997 [SRK in NRW].
  • Informationen zum Vorbereitungsdienst 3, IQSH, 2004
  • Ausbildungskonzept der Beruflichen Schulen Pinneberg und Elmshorn, 2005
  • Ausbildungskonzept der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein, 2004
  • Ausbildungskonzept der Walther-Lehmkuhl-Schule in Neumünster, 2005